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Schweizermeisterschaften Mannschaften

28.10.2019

Aargauer Männer holen Gold, Frauen Bronze

Die Schweizer Kunstturnszene versammelte sich dieses Wochenende in Montreux um die diesjährigen Schweizer Mannschaftsmeister zu küren. Die Ausgangslage bei den Aargauer Männern war diesmal nicht ganz einfach. Nachdem sie im letzten Jahr einen klaren Start-Ziel Sieg feierten, prophezeite David Huser, Chef Spitzensport im Kanton Aargau, einen harten Fight gegen die wie immer ebenfalls starken Zürcher. Er sollte Recht behalten.
Nach drei Geräten, dem halben Wettkampf, waren die Aargauer nur 1.2 Punkte vor den drittplatzierten Ostschweizern. Dazwischen die Zürcher, die mit fünf Nationalkader Turnern das nominell stärkste Team auf Platz war. Doch bei den Aargauern kamen noch die Geräte Barren und Reck, an beiden Geräten holten die Aargauer Hegi und Baumann bereits mehrere Europameisterschaftsmedaillen.
Nach fünf Geräten lagen die Aargauer respektable 3.5 Punkte vor den Zürchern, die Ostschweizer hatten bereits viel an Terrain eingebüsst.
Das Team Aargau 1 startete an diesem Wettkampf mit nur vier Turnern, am Boden und am Sprung nur mit deren Dreien, was hiess, dass alle Noten in die Wertung kamen, Patzer durften sie sich nicht leisten, gab es doch keine Streichnote.
Die Aargauer schlossen ihren Wettkampf am Reck ab, Zürich am Boden. Luca Murabito zeigte als Erster eine saubere Übung. Da dem Junior aber noch einige Schwierigkeiten fehlen, fiel seine Note gut aber nicht überragend aus. Als zweiter Aargauer am Reck patzerte Noe Seifert, nachdem er einen ansonsten sehr guten Wettkampf gezeigt hatte. Christian Baumann verzückte das Publikum mit einer grandiosen Barrenübung, konnte dann aber am Reck den Abgang nicht stehen – ein Sturz in der Abrechnung der Aargauer. Derweil turnten die Zürcher phänomenal am Boden. Sie toppten sich gegenseitig mit Höchstschwierigkeiten und nahezu perfekter Ausführung. Der Aargauer Vorsprung schmolz nur so dahin. Nun lag alles in Oliver Hegi’s Hand, dem Reck Europameister von 2018. An den vorangegangenen Geräten turnte er gut, doch kleine Unsicherheiten waren allgegenwärtig. Dies war verständlich nach den anstrengenden Wochen mit seinem sehr guten Abschneiden an der WM in Stuttgart. Hegi zeigte am Reck eine sogenannte Sicherheitsübung. Keine Höchstschwierigkeiten, dafür saubere Ausführung und zum Abschluss einen sicheren Stand. Die Aargauer verteidigten den Schweizer Meistertitel mit minimalem Vorsprung vor Zürich.


In der Nationalliga B erturnten sich die Aargauer um Luca Giubellini, Florian Langenegger, Mario Brand, Nico Neeser und Samuel Wällisch den hervorragenden dritten Rang. In der Liga C belegten Timo Schneider, Dario Brühlmann, Cédric Pfäffli, Gianluca Hartmann und Paul Peyer den sechsten Rang.


Bei den Aargauer Kunstturnerinnen war die Ausgangslage schwierig. Dank einer sehr guten Leistung 2018, durfte der Kanton Aargau zwei Teams in der Nationalliga A stellen. Eine Herausforderung für den Cheftrainer des Regionalen Leistungszentrums in Niederlenz Renato Gojkovic. Die drei Topathletinnen (Leonie Meier, Anina Wildi und Livia Schmid), die im Nationalkader in Magglingen trainieren, fehlten verletzungsbedingt. Anführerin der ersten Mannschaft war somit Anny Wu, Mitglied des erweiterten Nationalkaders und soeben zurück von der WM in Stuttgart. Mit ihr im Team die starken Hoffnungsträgerinnen der Zukunft Chiara Giubellini und Sarina Stulz, sowie eine der derzeit besten Amateurinnen, Stefanie Siegfried und die noch junge Samira Raffin. Der Sieg bei den Frauen ging wie zu erwarten an die Tessinerinnen. Doch die weiteren Podest Plätze waren in Reichweite. Wu, Giubellini und Stulz turnten alle einen sehr guten Wettkampf mit wenigen Fehlern. In der Endabrechnung reichte dies zur Bronze Medaille hinter den Zürcherinnen. Ziel für das zweite Aargauer Team mit Daria Hartmann, Kiara Raffin, Prabh Sing, Corina Erdin und Malina Blum war ein Rang in den Top 5, was der Verbleib in der Nationalliga A bedeutet hätte. Hartmann turnte einen sehr guten Wettkampf an allen vier Geräten und auch Raffin, mit Jahrgang 2008 eine der Jüngsten im Feld, wusste die Kampfrichter mit gelungenen Übungen zu überzeugen. Doch es reichte nicht ganz. Mit Rang 6 steigt das zweite Aargauer Team ab und wird in der nächsten Saison in der Nationalliga B starten.


Caroline Blum-Halder